Beschränkung der Textlänge in Kontaktformularen

Heute Abend wollte ich einer gemeinnützigen Organisation, über deren Kontaktformular, eine etwas längere konstruktive Kritik zukommen lassen und wurde von einem 700-Zeichen-Limit daran gehindert. Solch ein Kontaktformular ist unbrauchbar. Als Twitterer denke ich, mich durchaus kurz fassen zu können, doch manche Anliegen bedürfen einfach einer unbestimmten Anzahl von Zeichen. Beschränkungen der Textlänge erschweren eine effiziente Kommunikation enorm. Es ist eine nicht zu unterschätzende Hürde für Kommunikationswillige, von einer Maschine am Kommunizieren gehindert zu werden.

Dann fasse dich doch kurz – Nein!

Man stelle sich mal folgendes Szenario vor; Man beschäftigt sich den ganzen Abend mit einem Thema und stolpert über einen Link zu einer Organisation, die dieses Thema, auf kreative Weise, in die Gesellschaft tragen will. Man hat sich Gedanken gemacht und will mit dieser Organisation kommunizieren – “Oh, ein Kontaktformular” – klick. Man schreibt drauf los und bemerkt irgendwann, dass die böse Maschine schon lange keine Lust mehr hat auch nur ein weiteres Zeichen zu akzeptieren. Grandios! Jetzt ist der Denkvorgang unterbrochen und der Faden ist verloren.

Gedanken

Ich dachte an diesem Punkt etwa Folgendes; “Warum wollen die nicht, dass ich mit ihnen kommuniziere? Ich will denen doch helfen und kostenloses Feedback mitteilen.” Und; “Warum soll ich mich kurz fassen? Mein Anliegen ist mir doch wichtig, das brauch halt etwas mehr Text.” Das halte ich für eine echte Kommunikations-Hürde.

Hürdenlauf – erster Akt

Nun muss man nach Wegen suchen, wie man dennoch kommunizieren kann oder resignierend aufgeben. Sofern man nicht aufgibt und die nötige Medienkompetenz besitzt, die Email-Adresse im Impressum zu finden, kommt nun eine Phase, die ich nervigen Verwaltungs-Overhead nenne. Man muss einen Email-Client oder einen Web-Mailer bedienen. Das bedeutet für den Bediener, Gedankengänge in völlig andere Richtungen und eventuell auch Wartezeit, weil erst ein Programm gestartet werden muss. Man muss Fenster, oder im schlimmsten Fall Tabs, umschalten, Email-Adresse kopieren, Fenster umschalten, Email-Adresse einfügen, Fenster umschalten, den Betreff kopieren, Fenster umschalten, den Betreff einfügen, Fenster umschalten, den  Text kopieren, Fenster umschalten, den Text einfügen – und das ist nicht mal der worst case, wenn man bedenkt, welchen Schlag User eine gemeinnützige Organisation oder ein Verein haben kann – Viele würde wohl einfach zwischen den Fenstern hin und her schalten, sich den Text merken und erneut eingeben.

Pessimistisch?

Glaube ich nicht; “Egal für wie dumm du deine User hältst – die finden immer einen Weg dich zu enttäuschen.”

Hürdenlauf – zweiter Akt

Der Email-Client ist bedient, der schon getippte Text bereit zum weitergedacht werden und es sind inzwischen eine bis geschätzte fünf Minuten vergangen. Zu allem Überfluss muss man sich nun, in genervtem Zustand, auch noch um das Wiederfinden des roten Faden kümmern – FAIL!

Hürdenlauf – dritter Akt

Was ich auch sehr verwirrend finde, sind Reset-Buttons. Diese hinterhältigen Dinger sind, vor allem in Kontaktformularen, völlig fehl am Platz und können fatal sein. Ich will einfach nicht nachdenken müssen, welchen Button ich zu klicken habe, um mein wichtiges Anliegen an den Empfänger zu schicken. Wenn man dann doch mal Reset klickt, ist der Text weg. Naja fast, ich weiß erst seit gerade eben – weil ich es im Firefox ausprobiert habe – , dass man das Reset mit Strg+z rückgängig machen kann – Undo gut, dennoch FAIL!

2-Punkte-Forderungsplan

  1. die unverzügliche Abschaffung von Zeichenbeschränkungen in Kontaktformularen
  2. die sparsame Verwendung von Reset-Buttons, wo sie wirklich nötig sind

Don’t Make me think!

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